Vertrag mit dem Hochzeits-Dienstleister? Euer Recht auf Recht

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Kleid nicht da? DJ abgesprungen? Location doppelt vergeben? Horror-Szenarien der Hochzeitsplanung. Ein Vertrag mit dem Dienstleister hilft auch nicht immer.

Eine märchenhafte Hochzeit, glückliche Gäste, ein tolles Fest… So stellt sich jede Braut ihre Hochzeit gerne vor. Aber leider wird die Vorfreude manchmal auch von Unwägbarkeiten getrübt. Was also tun, wenn es nicht ganz rund läuft mit den lieben Dienstleistern?

 

Das Grundprinzip

Eigentlich ist es ganz simpel: Jeder, der irgendwas zu eurer Hochzeit beiträgt und dafür von euch entlohnt wird, schließt automatisch einen Vertrag (Kaufvertrag) mit euch ab. Das ist erstmal für beide Seiten binden, egal welche Form es hat. Eine mündliche Absprache ist da erstmal mit einem schriftlichen Dokument gleichwert. Wenn es aber zum Ernstfall kommt, wird es schnell schwer das Bestehen einer mündlichen Absprache nachzuweisen. Klar, niemand will Stress. Aber leider kommt es doch häufiger vor, als einem lieb ist.

 

Im Laufe eurer Hochzeitsplanung seid ihr mit einer Vielzahl von Dienstleistern konfrontiert und von deren Leistungserfüllung abhängig:

 

  • Wedding Planer
  • Verkäufer (Brautkleid, Hochzeitsanzug, Accessoires, etc.)
  • Friseur und Stylist
  • Standesamt
  • Kirche
  • Location (Restaurant, Hotel, Veranstaltungsraum, etc.)
  • Catering
  • Florist
  • Fotograf
  • Kinderbetreuung
  • Unterhaltungsprogramm (DJ, Band, etc.)
  • Showeinlagen (Zauberer, Feuerspucker, etc.)

 

 

Die Zusammenarbeit ist immer durch einen Vertrag geregelt

 

Nehmt ihr eine Dienstleistung in Anspruch oder erwerbt ihr etwas für die Hochzeit, entsteht immer ein ‚Kaufvertrag‘. Das ist im deutschen Gesetz glücklicherweise ziemlich eindeutig geregelt. Dennoch solltet ihr ein paar grundlegende Dinge über den Vertrag wissen:

 

  • Einen Vertrag gibt es immer
    … und zwar automatisch ohne Wenn und Aber.
  • Schriftliche Korrespondenz > mündliche Korrespondenz
    Dennoch solltet ihr versuchen größere Ausgaben schriftlich festzuhalten. Einigt euch mit dem Dienstleister und haltet die wesentlichen Rahmenpunkte der Leistungserbringung schriftlich fest: Wann muss was wo geliefert werden. Wer ist wofür verantwortlich.
    Ihr sucht eine passende Vorlage? Kein Problem, hier geht es zu unserer Vertragssammlung.
  • Und wenn es doch mal mündlich sein sollte
    In solchen Fällen solltet ihr versuchen immer einen Zeugen einzubinden, der bei der Absprache anwesend ist. Natürlich sind die Partner etwas voreingenommen, daher versucht in solchen Fällen eure Trauzeugen einzubinden.
    Mit unserem praktischen Gesprächsleitfaden geht ihr auf Nummer sicher.

 

Hilfsmittel Nr. 1: Das klärende Gespräch

 

Manchmal ist es für beide Seiten ganz heilsam miteinander ganz offen und ehrlich zu sprechen. Am besten verzichtet man dabei auch auf das Telefon, denn es ist immer schwerer jemandem in die Augen zu schauen und ihm dabei die Situation zu erklären:

 

  • Zeigt Gefühle
    Ihr heiratet… Das ist emotional aufwühlend. Für den Dienstleister ist es vielleicht eine von vielen Hochzeiten für euch vermutlich die Einzige. Erklärt ihm, wie ihr euch fühlt und zeigt eure Enttäuschung.
  • Ehrlichkeit
    Setzt darauf, dass der Dienstleister euch gegenüber ehrlich ist und euch wirklich erklärt, was los ist und warum etwas schiefläuft. Gebt ihm auch das Gefühl, Verständnis für seine Situation zu haben… Manchmal ist es eben nur Pech oder ein Missverständnis.
  • Lügen und Schwindeleien
    Wenn ihr euren Dienstleister dabei ertappt, dass er euch anlügt oder ihr das Gefühl habt, sprecht ihn ganz direkt darauf an. Macht auch deutlich, dass er damit euer Vertrauen zerstört habt.

 

Und wenn der Stress dann doch eintritt?

 

Sobald ihr das Gefühl habt, dass es mit einem eurer Dienstleister doch nicht ganz so rund läuft, könnt ihr mit einigen einfachen Hilfsmitteln zusätzlich Druck aufbauen und euch für den Streitfall wappnen:

 

  • Das Gedächtnisprotokoll
    Das Gedächtnisprotokoll ist eine sehr hilfreiche Sache. Sobald ihr merkt, dass etwas anfängt schief zu laufen, fangt ihr an Notizen zu machen. Notiert euch einfach alles, was damit zusammenhängt: wann ihr mit wem was besprecht, wer welche Termine verschiebt und absagt… Eben einfach alles.
    Natürlich bekommt ihr bei uns auch eine passende Vorlage für das Gedächtnisprotokoll.
  • Unbedingt ALLES schriftlich dokumentieren
    Das ist im Prinzip auch schon das A und O, wenn’s nicht mehr läuft. Jedes Telefonat, jedes Gespräch einfach alles, solltet ihr sorgsam schriftlich festhalten. Schreibt unverzüglich in einer Mail alles zusammenfassen und sendet es an den Dienstleister ‚zur Kenntnisnahme’ zurück… Ganz im Sinne: „Ich fasse unser Gespräch kurz zusammen“. Wieso ist das wichtig? Nur was schriftlich dokumentiert ist, kann später auch durchgesetzt werden.
    Eine Vorlage für die Zusammenfassung erhaltet ihr natürlich auch bei uns.
  • Seid mutig und übt Druck aus
    Überlegungen wie „Aber ich möchte keinen Druck aufbauen“ oder „Ich habe Angst, dass sie dann ganz abspringen“ könnt ihr getrost vergessen. Und Gegendrohungen des Dienstleisters haben sowieso keinen Zweck. Ihr sitzt am längeren Hebel, denn abspringen kann der Dienstleister seinerseits nicht.
  • Fristen setzen
    Wird etwas nicht rechtzeitig geliefert, solltet ihr sofort eine Frist setzen. Mit der (schriftlichen) Frist macht ihr euren Anspruch deutlich. Wichtig ist es hierbei auf die ‚Verhältnismäßigkeit’ zu achten. Wenn heute etwas nicht da ist, bringt es nichts für morgen eine Frist zu setzen. Plant Lieferungen so, dass ihr eine Frist von einer Woche und eine Nachfrist von einer weiteren Woche setzen könnt. So hat der Dienstleister ohne Probleme Zeit ‚nachzubessern’.
  • Stichwort ‚Nachbessern’
    Sollte etwas mal nicht so sein, wie ihr das vereinbart habt, könnt ihr nicht gleich von allem zurücktreten. Ein Dienstleister hat immer ein Recht auf ‚Nachbesserung’, also Wiedergutmachung. Erst wenn das auch beim 2. Versuch nicht funktioniert, könnt ihr weitere Ansprüche geltend machen.
  • Was ist euer Anspruch?
    Ganz einfach: Rechtzeitige Leistungserbringung gemäß der Vereinbarten Bedingungen. Das bedeutet: Es muss so sein, wie ihr das abgesprochen habe und zwar zu dem Zeitpunkt, der vereinbart wurde. Ist es nicht so und kann das auch nicht ‚wiedergutgemacht’ werden, entsteht ein Schaden für euch.
  • Schadenersatz(-Anspruch)
    Wenn ihr durch den Dienstleister einen Schaden erleidet, muss dieser dafür entsprechend aufkommen. Das bedeutet sämtliche Mehrkosten, die dadurch auftreten, muss der Dienstleister übernehmen. Aber Vorsicht:

    1. Hinweispflicht:
      Wenn die Leistung nicht erbracht wird und ihr müsst selbst nach Lösungen suchen bzw. euch könnten Mehrkosten entstehen, müsst ihr vorher (bei der Fristsetzung) darauf hinweisen, dass ihr den Schaden an den Dienstleister weiterreichen werdet.
    2. Es gilt das Gebot der ‚Verhältnismäßigkeit’:
      Die Mehrkosten werden nur für gleichwertige Leistungen übernommen. Sucht ihr euch eine signifikant teurere Leistung aus und man könnte euch eine gewisse Absicht unterstellen, wird es haarig und ihr bleibt im schlimmsten Falle am Ende auf den Kosten sitzen.
    3. Ihr müsst selbst in ‚Vorleistung’ treten:
      Das heißt, ihr könnt nicht alle Rechnungen unbezahlt an den Dienstleister weiterleiten… So einfach geht es leider nicht. Ihr müsst die Rechnungen selbst fristgerecht bezahlen und dann die Rechnungsübernahme beim Dienstleister durchsetzen (entweder persönlich, im schlimmsten Falle aber gerichtlich).
    4. Die Rechtskosten im Streitfall trägt der Verlierer:
      Wenn ihr euch an a. b. und c. nachweislich gehalten habt, braucht ihr euch hier keine Sorgen zu machen. Der Dienstleister wird keine Chance haben und am Ende muss er die gesamten Kosten tragen. Sicherheitshalber solltet ihr aber immer eine Rechtsschutzversicherung einbeziehen.
  • Rücktrittsrecht
    Wenn alle Stricke reißen und ihr wollt mit dem Dienstleister nichts mehr zu tun haben, könnt ihr als ‚Käufer’ jederzeit vom Vertrag zurücktreten. Überlegt euch das aber bitte gut! Solltet ihr zurücktreten und erhaltet ihr das Geld zurück, kann das auch so aussehen, als hätte sich der Dienstleister ja ‚’kompromissbereit und lösungsorientiert‘ gezeigt. Ihr könnt dadurch weitere Ansprüche verlieren. Lieber also Zähne zusammenbeißen, sonst ärgert ihr euch im Nachgang vielleicht noch mehr.
    Übrigens: Der Dienstleister kann NICHT EINFACH SO (und ohne Begründung) vom Vertrag zurücktreten. Das Kann in solchen Fällen erstmal nur der Käufer, denn ihr unterliegt in der deutschen Rechtsprechung glücklicherweise einem besonderen Schutz, da ihr vom Dienstleister ja abhängig seid.

 

 

So, nun hoffe ich natürlich, dass ihr das niemals brauchen werdet. Falls aber doch, könnt ihr hier zu euren speziellen Fragen rechtlichen Rat einholen:

 

 

Viele Grüße,

Eure Eva

 

P.S.: Bitte beachtet, dass dieser Blogbeitrag in keinster Weise einen juristischen Ratschlag oder eine Rechtsberatung darstellt. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die Formulierung sind frei gewählt und entsprechen lediglich Tipps zum zwischenmenschlichen Umgang. Wir übernehmen keinerlei Haftung für die aufgeführten Inhalte.